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 | Tausend-Buddha-Höhlen von Beziklik |
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Tausend-Buddha-Höhlen von Beziklik
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Von den Gräbern von Astana machen wir uns direkt auf den Weg zu den Tausend-Buddha-Höhlen von Beziklik.
Der Buddhismus war die erste Religion, die diese Gegend von anderswoher erreichte. So ist Xinjiang auch Zeuge der frühesten Entwicklung buddhistischer Höhlenkunst in China. Kurz nachdem sich diese Religion hier etabliert hatte, wurde Turfan auf Grund seiner geografischen Lage das buddhistische Zentrum an der Seidenstraße. Unter den buddhistischen Höhlen, die man in Turfan fand, sind die Tausend-Buddha-Höhlen von Beziklik die wertvollsten.
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Die Tausend-Buddha-Höhlen von Beziklik liegen hoch in den Felsen des westlichen Mutou-Tales in den Flammenden Bergen, 45 km östlich von Turfan. Im Uigurischen heißt Beziklik so viel wie "dekoriert". Von den 77 ursprünglichen Höhlen sind etwa 40 gegenwärtig gut erhalten. Die Wände bedecken eine Fläche von mehr als 1.200 m2. Wenn man die Treppen zu den Höhlen hinabsteigt, kommt man heute (2008) an 2 oder 3 zusammengestürzte Höhlen vorbei. Vor 2 Jahren gab es hier einen starken Regenschauer, bei dem einige Höhlen eingestürzt sind. Man kann heute sagen, dass von den bis dahin ca. 40 gut erhaltenen Höhlen nur noch etwa 30 übrig geblieben sind.
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Beginnend in den Südlichen und Nördlichen Dynastien, waren die Tang-Dynastie, die Fünf Dynastien, die Song- und Yuan-Dynastien besonders erfahren mit der Konstruktion dieser Höhlen. Die Höhlen waren das buddhistische Zentrum von Gaochang. Kurz vor dem Ende des 13. Jahrhunderts zog die königliche Familie von Gaochang nach Yongchang, Gansu. Etwa zu dieser Zeit zog auch der Islam ein, damit verlor der Buddhismus an Popularität. Daraufhin ging auch die religiöse Bedeutung der Tausend-Buddha-Höhlen von Beziklik zurück. Viele Höhlen wurden während der folgenden Konflikte zerstört. So kratzten örtliche Moslems die Augen von vielen menschlichen Bildern an den Wänden aus. Die Moslems glaubten, dass in der Nacht die Bilder lebendig und ihre Familien bedrohen würden. Außerdem trugen sie Schlamm auf die Bilder auf getreu dem islamischen Grundsatz, es soll keine Ebenbilder von Menschen geben. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war der Ort Schauplatz der Raubzüge von deutschen (Albert Le Coq), englischen (Aurel Stein), japanischen und russischen Expeditionen. Die geraubten Stücke wurden teilweise im archäologischen Museum von Berlin ausgestellt, das dann im Zweiten Weltkrieg ausgebombt wurde. Doch sind davon auch Relikte noch erhalten, die heute im Museum für asiatische Kunst in Berlin ausgestellt sind.
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In einer Höhle erklärt uns Martan, wie chinesische Experten versucht hatten, die Wandmalereien sauber zu waschen. Sie mussten diese Arbeit jedoch abbrechen, weil dabei auch die Farben der Malereien ausgewaschen wurden. In dieser Höhle beschreibt er uns auch, wie der deutsche Albert Le Coq mit einem Fuchsschwanz rücksichtslos große quadratische Flächen aus den Wandmalereien herausschnitt, um sie nach Deutschland zu bringen. Die Flächen wurden mit den Wandmalereien nach unten auf eine Palette gelegt, jede Fläche von der nächsten geschützt durch eine Schicht aus weichem Material. So entstand ein "Sandwich", der so nach Berlin gebracht wurde.
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Der Engländer Aurel Stein betätigte sich ebenfalls als "Kunstdieb". Aber die meisten Gegenstände, die er wegschuf, wurden auf dem Weg nach England durch das humide Klima zerstört.
Durch diese und vergleichbare Kunstdiebstähle ausländischer so genannter Forscher, man kann besser sagen Kunstdiebe, wurden diese beeindruckenden Wandmalereien teilweise nachhaltig zerstört. Trotz all der Zerstörungen geben uns die erhaltenen Teile wie der vornehme Buddha-Sitz und die glänzenden Farben an den Wänden eine Vorstellung der vergangenen Herrlichkeit.
Die Beziklik Höhlen waren der königliche Tempel des Huihu Staates (die Huihu waren die Vorgänger der heutigen Uiguren). Die vorhandenen Höhlen wurden zu der damaligen Zeit vergrößert oder erneuert. Die Wände bringen uns zurück in den antiken Huihu Staat. Wir können König und Königin und Menschen aus allen Bereichen des Lebensweges sehen. Die Inschriften, die in der antiken uigurischen, chinesischen oder in einer anderen Sprache geschrieben sind, sind eine authentische Referenz für wertvolle historische Forschung.
Außergewöhnliche und seltene Wandthemen wurden in den Höhlen Nr. 16 und Nr. 17 gefunden. In Höhle 16 ist ein Musiker dargestellt, der die Xiao Hu Lei spielt, ein Instrument ähnlich einer Laute, das aus der südlichen chinesischen Provinz Yunnan stammt. Dies bestärkt die Aussage, dass während der Tang Dynastie ein noch nie dagewesener kultureller Austausch zwischen Nord- und Süd-China stattfand.
Ein solcher Lautenspieler zeigt sich dann auch in Realität. Die Höhlen von Beziklik sind gut besucht, weil viele SoFi-Enthusiasten sich auch die touristischen Attraktionen dieser Gegend nicht entgehen lassen wollen. Und so erleben wir ein absolut kontrastreiches Bild. Ein uigurischer Lautenspieler sitzt neben zwei amerikanischen Touristen, die ihm andächtig zuhören. Und die beiden amerikanischen Touristen sehen aus wie zwei Bluesrocker der amerikanischen Band zz top.
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Doch nun weiter mit den Höhlenbeschreibungen, Die Höhle Nr. 17 zeigt Malereien aus zwei kulturellen Epochen, eine Malerei überdeckt die andere. Dabei wurde die Darstellung in eine Hölle umgestaltet. Dies unterstützt die Meinung, dass vom neunten bis zum zwölften Jahrhundert Huihu Gaochang das Zentrum des Manichäismus war.
In Höhle 13 sind buddhistische Schüler und Bhikku, das sind buddhistische Mönche, wehklagend in Trauerkleidung dargestellt. Auch dies sind Beispiele für die hoch gelobten lebhaften Malereien.
Zusätzlich zu den Wandmalereien und den Inschriften wurde ein Stück gewickeltes Goldfolienpapier gefunden, was auch ein außergewöhnliches Relikt ist. Ein hierauf befindlicher Stempel weist als Adresse ein Geschäft auf der südlichen Seite der Tiahelou Straße, Zhejiang in der Song Dynastie aus. Es weist die Klienten auch darauf hin, ihre Waren vor dem Kauf sorgfältig zu untersuchen, um nicht einem Betrug zu unterliegen. Auch wirkt es scheinbar als Werbung. Denn die Folie zeigt auch, dass die Huihu Gaochang wirtschaftlich eng an die Song Dynastie gebunden war, der Handel war so weit wie nur eben möglich bis an das ostchinesische Meer ausgedehnt. Die Tausend-Buddha-Höhlen von Beziklik sind wirklich einen Besuch wert. Sie sind nicht nur ein Beleg für die historische Bedeutung des Buddhismus hier an der Seidenstraße. Sie liegen auch noch malerisch schön mitten in den Flammenden Bergen.
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Besichtigungsprogramm Turfan - Die Gräber von Asta Die Flammenden Berge
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