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 | Start in Turfan |
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Start in Turfan
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Nun machen wir uns erst einmal auf den Weg, die 200 km entfernte Stadt Turfan zu erreichen. Für die Strecke, die uns quer durch die Taklamakan-Wüste führt, benötigen wir ca. drei Stunden. Gegen 13:00 Uhr erreichen wir diese überaus interessante Oasenstadt. Martan begrüßt uns hier mit den Worten "Wir haben es heute hier richtig kalt. Es sind nur 33 °C. Sonst werden hier im Sommer bis zu 50 °C erreicht."
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Turfan - Heißeste Stadt Chinas
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Die Stadt Turfan befindet sich inmitten der Turfan-Senke. Diese hat drei charakteristische Merkmale. Zuerst einmal ist es der heißeste Ort Chinas, im Sommer wird es hier bis zu 50 °C warm. Jedes Jahr gibt es mehr als 140 Tage mit Temperaturen über 45 °C. Es geht sogar teilweise über 50 °C. Doch das gibt die Regierung nie zu. Sie sagt immer, es sind 47 °C oder 48 °C. Denn bei Temperaturen über 50 °C müsste die Regierung einen freien Tag anordnen. Die Bodentemperatur erreicht sogar 76 °C, so dass in den Boden eingegrabene Hühnereier nach 10 Minuten hart gekocht sind. Selbst nachts kühlt es nicht richtig ab. Deshalb schläft die heimische Bevölkerung, die zu über 70 % aus den Uiguren besteht, in ihren Betten auf den Dächern. Unser Führer Martan empfiehlt uns allerdings nicht, nachts draußen auf den Dächern zu schlafen. Denn in Turfan gibt es viele Skorpione. Und die beißen nicht die Einheimischen, sondern nur die Touristen.
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Zu der Eigenschaft als heißestes Gebiet Chinas zählt auch die Eigenschaft als trockenstes Gebiet Chinas. Jährlich fallen nur 16 mm Niederschlag. Sollte es mal regnen, dann kann es sogar vorkommen, dass die Regentropfen kurz vor dem Aufschlagen auf dem Boden verdunsten, der Boden nicht einmal befeuchtet wird.
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Turfan - Tiefstgelegene Stadt Chinas
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Die Turfan-Senke ist das tiefst gelegenste Gebiet Chinas. Dies ist das zweite charakteristische Merkmal dieser Gegend. Sie liegt 100 m unterhalb des Meeresspiegels. Der Große Aydingkol-See (Mondlichtsee) im Turfan-Becken liegt sogar 154 m unterhalb des Meeresspiegels. Nur das an Israel und Jordanien grenzende Tote Meer liegt mit 400 m unter NN tiefer als Turfan.
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Turfan - Süßeste Stadt Chinas
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Und Turfan ist die süßeste Stadt Chinas, bekannt für seine Melonen und vor allem seinen Weinanbau. Mehr als 20 verschiedene Rebsorten werden hier angebaut. Eine bestimmte weiße Weintraube hat 25 % Zuckergehalt, und als Rosine getrocknet sogar 72 % Zuckergehalt. Da die Bevölkerung überwiegend muslimisch ist, werden aus den Weinbeeren hauptsächlich süße Rosinen gewonnen.
Quer durch die Stadt zieht sich ein mehr als 2 km langer geradliniger Laubengang, dessen Wände und Dach aus Rebstöcken bestehen. Ein ähnliches Bild bietet sich auch bei den Karez-Wasserkanälen, von dort ist das folgende Bild.
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An den Seiten des Laubenganges wachsen die Rebstöcke hoch und bilden mit ihren Reben das Dach des Ganges. Zum Greifen nah hängen uns die Weintrauben über unseren Köpfen. Ende Oktober, teilweise erst im November werden die Rebstöcke vom Laubengang abgehängt. Denn es wird hier in der Wüste empfindlich kalt bis zu -25 °C. Damit die Weinstöcke nicht kaputt frieren, werden die Blätter abgeschnitten und die Rebstöcke dann länglich parallel zum Laubengang in Gräben eingegraben. So überstehen sie dann den Winter. Zu Beginn des Frühlings werden sie wieder ausgegraben und über den Laubengang gehängt.
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An vielen Straßen in Turfan stehen nachmittags die Weinbauern und bieten ihre Weintrauben kiloweise an. Doch meistens warten sie auf den Großhändler, der gleich die ganze Ernte aufkauft.
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Und außerhalb von Turfan sieht man überall diese seltsamen Gebäude. Sie sind mit ihren symmetrisch angeordneten Öffnungen sehr luftig. In ihnen werden die Weintrauben zu Rosinen getrocknet.
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Es gibt drei Wege, die Trauben zu trocknen. Die erste Möglichkeit ist, die Trauben mit ihren Ästen in einen Rahmen in diesen Gebäuden aufzuhängen. Alternativ dazu werden die Trauben auch zum Trocknen auf die Dächer gelegt. Die dritte Möglichkeit ist schließlich, die Trauben an ihren Rebstöcken trocknen zu lassen. Das sind dann die Trauben in höchster Qualität. Der Trocknungsvorgang dauert normal dreißig bis vierzig Tage. Heute wird der Trocknungsvorgang jedoch beschleunigt, indem die Trauben mit einer bestimmten Chemikalie eingesprüht werden. Das verkürzt die Trocknung auf sieben Tage.
In Turfan werden die Menschen sehr alt. Viele Menschen werden älter als 90 Jahre. In 2007 wurde sogar im Fernsehen von Xinjiang über einen Mann berichtet, der 120 Jahre alt wurde. Die Menschen führen das Erreichen eines hohen Lebensalters zurück auf das Wasser, das sie trinken. Denn es enthält viele Mineralien. Natürlich führen sie es auch zurück auf die Weintrauben, die sie essen.
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Turfan - Unser Hotel Oasis
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In Turfan werden wir für zwei Nächte im Drei-Sterne-Hotel Oasis untergebracht. Es sind chinesische drei Sterne, und so darf uns die eine oder andere Unannehmlichkeit nicht überraschen. In Ottos Zimmer, unserem österreichischen Richter, läuft zum Beispiel ununterbrochen die Toilettenspülung. Oder in meinem Zimmer lässt sich die Klimaanlage nur auf höchste Stufe einschalten (ist dann ziemlich laut) oder ganz ausschalten. Dass die Decke in meinem Bad leckt, stelle ich erst fest, als der Gast im Zimmer über mir eine Dusche nimmt. Die eine oder andere Unannehmlichkeit lässt sich in dieser Gegend sicherlich ausschalten, aber die meisten Unannehmlichkeiten nehmen wir mit einem chinesischen Lächeln hin, wohl wissend, dass die Chinesen sie in den zwei Tagen unserer Anwesenheit nicht abstellen können oder werden.
Die erste Nacht schlafe ich schlecht, weil ich die Klimaanlage abgestellt habe. Die zweite Nacht schlafe ich schlecht, weil ich die Klimaanlage eingeschaltet habe. Und aufs Klo gehe ich auch nur, wenn es nicht von der Decke im Badezimmer tropft. Denn vielleicht ist es ja doch nicht das Duschwasser, das da von der Decke tropft ….
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Unsere Reise entlang der Seidenstraße beginnt Besichtigungsprogramm Turfan - Jiaohe
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