Entstehung
Beobachtung
Heimreise

Am nächsten Morgen stehe ich wie gerädert auf, immer noch sehr unwohl im Bauch. Ich zwinge mich zum Frühstück, vor allem, um eine heiße Tasse Tee zu trinken. Dann packe ich meine Sachen, checke aus dem Hotel aus und fahre mit einem Taxi zum Flughafen. Schade, von Peking habe ich nicht viel gesehen. Aber ich bin froh, dass ich überhaupt reisen kann. Das Einchecken mit Air Berlin geht reibungslos.

Ich schlendere noch ein wenig durch das Flughafengebäude. Was in der Wüste für mich gut war, denke ich mir, sollte auch jetzt für mich gut sein. Ich kaufe mir eine eisgekühlte Cola und schlürfe sie vorsichtig Schlückchen für Schlückchen leer. Es wirkt, nach und nach kehren meine Lebensgeister zurück.

Um 10:45 Uhr startet pünktlich der Flug AB1683. Zum Glück ist der Flieger halb voll, so dass ich mir eine komplette mittlere Sitzreihe nehmen und mich dort ausbreiten kann. Zehneinhalb Stunden (15:15 Uhr) später lande ich in Düsseldorf. Dafür, dass ich mir tags zuvor die Seele aus dem Leib gekotzt habe, geht es mir schon wieder verdammt gut. Ich suche ein kleines Restaurant auf und esse ein belegtes Brötchen und trinke dazu einen Cappuccino und ein Wasser.

Als ich meine Handys einschalte, gibt es wieder eine kleine Überraschung. Mein Blackberry verweigert vollständig den Dienst, obwohl der Akku voll ist. Ich mache einen Reset, nehme sogar den Akku heraus, aber nichts hilft. Ich komme an keine Informationen mehr heran, kann nicht mehr telefonieren. Ob es hier einen Zusammenhang gibt? In Peking rief mich meine Frau an, direkt nachdem sie die deutsche Botschaft anrief, und ich sah eine amerikanische Telefonnummer im Display. Kaum lande ich in Deutschland, gibt das Blackberry vollständig seinen Dienst auf. Ich komme nicht einmal mehr an diese amerikanische Telefonnummer heran. Und ich Idiot habe sie mir auch nicht aufgeschrieben. Hat sich hier irgendein Dienst auf mein Handy geschlichen? Einen Fehler begangen, weil ich eine Telefonnummer gesehen habe, die ich nicht sehen sollte? Und daraufhin mein Handy lahm gelegt? Ich werde es leider nie klären können. Denn später wird sich herausstellen, dass das Blackberry auch von Spezialisten nicht mehr repariert werden kann.

Was soll’s, ich möchte jetzt nur noch Hause. Mein Anschlussflug nach Berlin/Tegel ist halbwegs pünktlich. Gegen 18:50 Uhr hebt der Air Berlin Flug AB6448 ab, gegen 20:00 Uhr bin ich endlich in Berlin. Auch hier läuft alles reibungslos, mein Gepäck ist schnell da. Und am Ausgang wartet meine Frau auf mich. Die Wiedersehensfreude ist groß, schnell fahren wir nach Hause, unterwegs erzähle ich schon alle Geschichten, die ich erlebt habe.

Gegen 22:00 Uhr sind wir zu Hause. Eine ereignisreiche Reise geht zu Ende. Eine Reise, die alles zu bieten hatte; tiefgehende Emotionen, die die SoFi auslöst; Eintauchen in eine für mich vollkommen fremde Kultur; 6 Tage durch die Wüste Gobi und die Taklamakan Wüste; Zeltlager in der Wüste Gobi 40 km entfernt von der Grenze zur Mongolei; eine tolle Reisegruppe, ein vollkommen überforderter Reiseleiter; touristische Höhepunkte entlang der Seidenstraße; körperliche Strapazen an der Grenze der Belastbarkeit; persönliche Erlebnisse, von denen ich gedacht habe, so etwas gibt es im realen Leben nicht.

Und eine für mich überwältigende, offene und selbstverständliche Gastfreundschaft der Chinesen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die mir diese Reise ermöglicht haben; bei meiner Familie, die mich allein hat ziehen lassen; bei der Reisegruppe, in der nie schlechte Laune aufgekommen ist; bei den vielen unbekannten Chinesen und Uiguren, die mit ihrer freundlichen und offenen Art diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

Peking