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 | Besichtigungsprogramm Turfan - Jiaohe |
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Die historische Ruinenstadt Jiaohe
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In und um Turfan herum erledigen wir ein umfangreiches Besichtigungsprogramm. Nachmittags an unserem Ankunftstag besuchen wir die Ruinenstadt Jiaohe. Hier glänzt unser Reiseleiter Herr Sechs mal wieder mit den Details seiner Inkompetenz. Neugierig wie ich bin, wollte ich natürlich wissen, wie wird Jiaohe nun auch auf chinesisch ausgesprochen. Irrtümlicherweise bin ich natürlich davon ausgegangen, dass Herr Sechs ein belesener Chinakenner ist und nach seinen zahlreichen Reisen durch China auch weiß, wie die bedeutenden historischen Städte wie Jiaohe auch ausgesprochen werden. Doch weit gefehlt. Hier nun der Ton-Beweis:
Herr Sechs erklärt wie Jiaohe ausgesprochen wird.mp3 [202 KB]
Ganz anders dagegen natürlich Martan, unser chinesischer Führer, der auch hier wieder in seiner sympathischen Art seine Fachkenntnisse darlegen kann:
Martan erklärt wie Jiaohe ausgesprochen wird.mp3 [244 KB]
Aber nun zu Jiaohe selbst. Die Ruinenstadt Jiaohe ist von der UNESCO eingestuft worden als größte und besterhaltene historische Stadt der Welt. Sie liegt ca. 10 km westlich von Turfan auf einem über 30 m hohen Felsplateau im Yarnaz-Tal. Das Tal wurde in weit zurückliegender Zeit von mehreren Fluten gebildet. Wie ein Weidenblatt geformt erhebt sich im Zentrum des Tales ein 30 m hohes Löß-Plateau. Dieses Plateau ist eingeschlossen von 2 Flüssen, die heute ausgetrocknet sind. Bei einer Fläche von 220.000 Quadratmetern ist dieses Plateau 1.650 m lang und bis zu 300 m breit. Auf diesem Plateau liegt Jiaohe. Die Stadt war umgeben von Kliffs und diesen beiden Flüssen, die sich um das Plateau gewunden haben. Daher kommt auch der Name Jiaohe, was im Chinesischen soviel bedeutet wie "sich windende Flüsse". Auf Grund dieser Lage war Jiaohe immer schwer von kriegerischen Gegnern einzunehmen.
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Jiaohes Geschichte kann zurückverfolgt werden bis in die späte Steinzeit. Historische Bewohner bauten ihre Hütten auf einer Laguneninsel, um sich gegen wilde Tiere und andere Stämme zu schützen. Sie gruben Wohnhöhlen aus dem weichen Löß heraus und meißelten Gräben, um Wasser von den Flüssen zur Stadt zu führen. Besucher können heute immer noch Überbleibsel dieser einfachen Werkzeuge finden, z.B. Kratzwerkzeuge, Steinplatten und auch farbiges Keramikgut auf dem Boden nahe der Ruinenstadt.
Diese frühen Bewohner gehörten zum Gushi Stamm, der dann Cheshi Stamm in den nachfolgenden Dynastien genannt wurde. Während der Zeit der Kämpfenden Reiche (475 - 221 v. Chr.) errichten Stämme auf der Südseite des Tianshan-Gebirges erfolgreich ihre Königreiche. Das Gebiet um Jiaohe wurde vom Volk der Cheshi kontrolliert. Sie hatten ihren Vorteil in der idealen geografischen Lage dieser Region und machten es deshalb zum Zentrum ihrer Macht. Das Volk der Cheshi lebte in Zelten und betätigte sich im Ackerbau. Sie hielten sich Vieh, Kamele, Schafe und anderes Viehzeug.
Jiaohe spielte in der Geschichte Chinas eine wichtige militärische Rolle. Seine bedeutende Stellung für Handel und Militär machte es gerade verwundbar für Invasionen und Angriffe. Dynastien in Zentralchina und Nomadenstämme in Nordchina kämpften erbittert um Jiaohe. 67 v. Chr. War Jiaohe Teil des Territoriums der Han Dynastie war. Die Han Herrscher setzten in dieser Region ein Verwaltungsamt ein, um die Königreiche in der westlichen Region zu lenken.
Nach der Han Dynastie wurde Jiaohe vom Stamme der Tuque kontrolliert. Die große Yang Dynastie schlug dann die Tuque und nahm das Gebiet ein. Später wurde der Bezirk Jiaohe gegründet, der dann unter der Gesetzgebung der westlichen Zhou Dynastie stand. Danach wurde Jiaohe das militärische und politische Zentrum der westlichen Region der Tang Dynastie.
Von der Mitte des achten bis zum neunten Jahrhundert bekam der Bezirk Turfan Bedeutung durch den Tubo Stamm. Die Tubo installierten den Bezirk Jiaohe. Jiaohe wurde dadurch zu einer der militärisch bedeutendsten Städte. Allerdings resultierte die Regierungspolitik darin, dass Jiaohe seitdem mehr und mehr niederging. Im 14. Jahrhundert wurde Jiaohe schließlich durch mehrere Kriege zerstört. Seit der frühen Ming Dynastie war der Ort dann bis heute eine Ruine.
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Die Ruinen bestehen aus den Überresten von 1.389 Wohnhäusern, 53 Buddhatempeln, 316 historischen Brunnen und 34 Gassen. Hier lebten bis zu 7.000 Haushalte und 6.500 Soldaten. Die Stadt war einheitlich angelegt, sie bestand aus einem Teil an der Oberfläche und einem Teil im Untergrund. Die meisten Ruinen, die man heute sehen kann, entstanden im Basement, der so genannten ersten Ebene. Mit dem Wachsen der Bevölkerung mussten darauf die zweite Ebene und sogar die dritte Ebene gebaut werden. Originär hatte die Stadt 3 Tore: das Süd-, das Ost- und das West-Tor. Das Süd-Tor wurde hauptsächlich militärisch genutzt. Das West-Tor ging früh verloren. Es gibt nur wenige Erkenntnisse über sein Aussehen. Aber historische Dokumente zeigen seine dominante Rolle, die es gespielt hatte. Als die Han Truppen zurückkehrten, nachdem sie die Xiongnu geschlagen hatten, sollen Zivile und Offizielle sich hier versammelt haben, um den Sieg über den Feind zu feiern.
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Die Hauptstraße der Stadt Jiaohe verlief von Süd nach Nord, sie war 350 m lang und 10 m breit. Die Straße teilte die Stadt in 2 Gebiete. Der bevölkerte östliche Teil mit seinen dicht gestellten Gebäuden war das offizielle Gebiet. Und der westliche Teil mit den sporadischen baufälligen Gebäuden war das Residenz- und Arbeitsgebiet der Stadt.
Der westliche Teil hatte eine Fläche von 2.000 Quadratmetern mit Haupt- und Nebengebäuden und Plätzen. Der größte Gebäudekomplex waren die Paläste des ehemaligen Cheshi Staates. Kreuz und quer verlaufende Straßen, Untergrundpassagen und Gärten sind in den Ruinen zu sehen.
In dem Residenz-Gebiet sind die Gebäude gut erhalten. Die Häuser waren meistens im Höhlen-Stil in den Grund gegraben. Zu jedem Haus gehörte ein Garten, in dem dann ein tiefer Brunnen lag.
Im Norden standen viele buddhistische Tempel. Jiaohe war einst Chinas buddhistisches Zentrum. Der Buddhismus breitete sich von Indien durch die westlichen Regionen bis in die Inlandprovinzen von China aus, er blühte auf seinem Weg in den westlichen Regionen regelrecht auf. Deswegen sehen die westlichen Regionen in Jiaohe eine zweite Heimstätte des Buddhismus.
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Start in Turfan Zwischenspiel im Hotel
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