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 | Besichtigungsprogramm Turfan - Gaochang |
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Die historische Ruinenstadt Gaochang
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Unser erster Anlaufpunkt an diesem Morgen ist die historische Ruinenstadt Gaochang. Sie liegt ca. 30 km östlich von Turfan. Auf der etwa halbstündigen Fahrt frage ich mich, wie ich diesen Tag überhaupt überstehen werde, so daneben fühle ich mich. Es ist bewölkt und gute 30 °C warm. Und dabei ist es sehr schwül. Immer wieder greife ich im Bus zur Wasserflasche, um mir Flüssigkeit zuzuführen.
In Gaochang angekommen, kaufe ich mir beim erstbesten Getränkestand eine eisgekühlte Cola, die mir endlich die Lebensgeister langsam wieder bringt. Und als ich Gaochang erlebe, bin ich froh, dass ich mich doch am Morgen aufgerafft und alle Kräfte zusammengenommen habe, um diesen Tag mitzumachen.
Zuallererst befrage ich einmal Martan, wie denn nun das Wort Gaochang ausgesprochen wird. Nach meinen Erfahrungen mit unserem Reiseleiter Herrn Sechs frage ich den vorsichtshalber nicht.
So wird Gaochang ausgesprochen.mp3 [184 KB]
Aber Herr Sechs macht sich wieder mit seinen Qualitäten bemerkbar. Natürlich sind die Eintrittspreise für Gaochang in unseren Buchungskosten mit enthalten. Aber um zu den Zentren von Gaochang zu gelangen, müssen wir hin und zurück 5 km wandern und haben dafür nur eine Stunde Zeit. Oder wir nehmen das Esel-Taxi, das wir dann allerdings selbst bezahlen müssen. Auf die Frage, wie wir denn in einer Stunde das alles zu Fuß ohne Esel-Taxi erledigen sollen, meinte er dann in seiner „herzerfrischenden“ Art, das sei unser Problem, Kosten für das Esel-Taxi zahle er nicht. Ja, so lieben wir ihn, den Herrn Sechs, immer im Sinne seiner Touristen handelnd.
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Wir beschließen also, das Esel-Taxi zu nehmen. Es geht uns nicht um die 20 Yuan, die wir pro Person zu bezahlen haben, sondern um die übliche Art von Herrn Sechs, uns vor vollendete Tatsachen zu stellen.
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Die Ruine Gaochang liegt 46 Kilometer östlich von der Stadt Turfan. Sie ist die größte gut erhaltene Ruine in den sogenannten "Westlichen Regionen" und liegt in der unwirtlichen Wüste Gobi an der Seidenstraße südlich der Flammenden Berge. Die alte Stadt Gaochang wurde im 1. Jhdt. v. Chr. gegründet. Damals befahl Kaiser Wudi aus der Han-Dynastie seinem General Li Guangli, gegen die Truppen der Hunnen ins Feld zu ziehen. Er schickte Li nach Ferghana, einer Region, die heute teilweise in Usbekistan liegt. Li sollte von dort ein göttliches Pferd, das so genannte Blut schwitzende Pferd, holen. Dazu ließ Li ein Pferd aus Gold herstellen, um es gegen das das göttliche Pferd zu tauschen. Aber dieses goldene Pferd wurde von den Ferghanern gestohlen und dabei wurden viele von Li's Soldaten getötet. Li musste nun unverrichteter Dinge nach China zurückkehren. Da sein Kaiser ihm mit dem Tode drohte, wenn er nicht das göttliche Pferd mitbringe, blieb er hier im Turfan-Becken. Er ließ eine Burg bauen, der er den Namen Gaochang gab.
Innerhalb von drei Jahren rekrutierte Li viele Soldaten aus den umliegenden Dörfern und versorgte sich auch mit militärischer Ausrüstung. Dann zog er wieder gegen die Ferghaner, diesmal erfolgreich, und kam mit 3.000 Pferden zurück.
Damals bestand die Burg Gaochang nur aus einzelnen Häusern. Mit der Zeit jedoch entwickelte sie sich und wurde die Hauptstadt einiger alter Reiche und schließlich ein internationales Handels- und Religionszentrum in den "Westlichen Regionen" und ein Druckzentrum in Asien.
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Die Stadt, die ursprünglich Gaochang Mauer genannt wurde, wurde später in Kharakhoja, Kocho oder King Stadt umbenannt. Sie war ein wichtiger Ort an der Seidenstraße. Während der aufeinander folgenden Dynastien war sie Gaochang Präfektur, Gaochang Königreich und schließlich West - Präfektur. Bis zum 14. Jahrhundert wurde die Stadt durch Kriege zwischen mongolischen Aristokraten und Uiguren beschädigt und schließlich aufgegeben. Nach 2000 Jahren zeigt die antike Stadt immer noch ihre frühere Größe und Herrlichkeit. Obwohl die Wände der Gebäude unvollständig sind, sind die herrlichen Umrisse erhalten.
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Gaochang ist von der Anlage her ähnlich aufgebaut wie Chang'an Stadt aus der Tang Dynastie (618 – 907). Diese Stadt steht auf einer Fläche von etwa 220 ha. Heute bilden unregelmäßige Häuserblöcke die Ruinen.
Gaochang besteht aus drei Teilen, einer äußeren Stadt, einer inneren Stadt und einer Palaststadt. Die äußere Stadt mit einem Umfang von 5,4 km ist von einer Stadtmauer von 12 m Dicke und 11,5 m Höhe umgeben. Sie wurde aus festgestampfter Erde gebaut. Neun Stadttore befinden sich in den vier Himmelsrichtungen. Die Tore im Westen sind die am besten erhaltenen.
In südwestlichen und südöstlichen Teilen der äußeren Stadt stehen zwei Tempel-Ruinen. Zum südwestlichen Tempel gehören ein Tor, ein Innenhof, die Predigt, ein Sutra-Depot und die Behausung für Mönche. Der südöstliche Tempel besteht aus einem polygonalen Turm und einer Grotte für Gottesdienst mit herrlichen, gut erhaltenen Wandmalereien.
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Die Innenstadt befindet sich direkt in der Mitte der äußeren Stadt und hat einen Umfang von 3 km. Die westlichen und südlichen Teile der Stadtmauer sind gut erhalten. Die östlichen und südlichen Teile wurden stark beschädigt, sie sind nur noch mit den nordöstlichen, hoch gelegenen Teilen und den südöstlichen irdenen Plattformen erkennbar.
Die Palaststadt liegt im Norden der Innenstadt. Die südliche Wand hat sie gemeinsam mit der Innenstadt und die nördliche Wand mit der äußeren Stadt. Sie ist ein Rechteck mit einem Umfang von 700 m. Innerhalb der Stadt sind viele große Eckpfeiler noch sichtbar. Sie haben eine durchschnittliche Höhe von 3,5 - 4 m. Diese Eckpfeiler sind Relikte eines Palastes mit vier Stockwerken. Ein unregelmäßiger Häuserblock aus Lehmstein auf einer hohen irdenen Plattform war die Kaiserresidenz; sie wurde Khan's Schloss genannt.
Im 7. Jhdt. wurde Gaochang die Hauptstadt des Königreichs von Gaochang. Im 9. Jhdt. wanderten die Uiguren hier aus der Mongolei kommend ein. Sie gründeten das Königreich von Kharakojam. Im 14. Jahrhundert schließlich eroberten die Mongolen das Gebiet und zerstörten das Königreich.
Als einer der wichtigsten Orte entlang der Seidenstraße war die alte Stadt Gaochang auch ein Heiligtum der weltweiten religiösen Kultur. Xuanzhuang, ein bekannter buddhistischer Mönch in der Tang-Dynastie, machte hier Halt und hielt Vorträge auf seinem Weg nach Indien. Heute erinnern die Ruinen uns an die Pracht und den Wohlstand in der antiken Stadt.
Leider haben wir für diese tolle und interessante und geschichtsträchtige Stadt nur wenig Zeit. Schon bald müssen wir uns mit dem Esel-Taxi wieder auf den Rückweg zum Bus machen. Wir sind durchgeschwitzt. Bei Temperaturen um die 33 °C und sehr hoher Luftfeuchtigkeit kleben uns die T-Shirts an den Körpern. Und dort, wo sie antrocknen, werden helle Salzablagerungen sichtbar. An jeder Ecke und Kante holen wir uns eisgekühlte Getränke, vor allem wieder Zucker und koffeinhaltige Cola.
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Erster Abend in Turfan Besichtigungsprogramm Turfan - Die Gräber von Asta
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