Sirius

Sirius 04.03.2007; 21:54 - 22:21 Uhr; Schwedt/Oder; Meade 8" LX200GPS, fokale Aufnahme mit Nikon D50; gemitteltetes Bild aus 18 Einzelaufnahmen je 30 s belichtet bei ISO 1600, Nikon-Bildformat *.nef, Bildgröße 3008x2000; mit Astroart ausgerichtet und gemittelt, mit Astroworks flatfield berechnet und subtrahiert, mit PaintShopPro im Histogramm manipuliert, in jpeg transformiert und verkleinert



Geschichtliches

Der Name Sirius stammt entweder vom altägyptischen Gott Osiris, von der griechischen Sirene, oder vom griechischen Wort seirios, der Verbrennende. Letzteres könnte, falls zutreffend, von den in Europa meist besonders heißen, so genannten Hundstagen im (Hoch-) Sommer herrühren, an denen Sirius in Sonnennähe steht; man nahm früher an, Sonne und Sirius würden in dieser Zeit zusammenwirken.

Viele Kulturen haben Sirius eine besondere Bedeutung beigemessen. Er wurde schon im alten Ägypten als Sopdet (griechisch Sothis) angebetet. In der Zeitrechnung war das Sothisjahr gebräuchlich. Und viele altägyptische Tempel wurden so ausgerichtet, dass sein Licht auf den Altar im Inneren fallen konnte. Den Großen Hund identifizierten die Ägypter mit der Göttin Isis, weshalb Sirius auch als "Stern der Isis" bekannt war.

Im alten Ägypten wurde Sirius zur Vorhersage der alljährlichen Nilüberschwemmung benutzt. Der so genannte heliakische Aufgang, also das erste morgendliche Erscheinen des Sirius, nachdem er vom Nachthimmel verschwunden war, fiel immer mit dem Beginn der jährlichen Nilüberschwemmungen zuasmmen. Damit war Sirius sowohl für den Alltag, als auch für die Religion von überragender Bedeutung.

In Griechenland meinte man, dass sein gleichzeitiger Aufgang mit der Sonne deren Kraft verstärken würde und die heißeste Zeit des Jahres einläutete - die "Hundstage". Deshalb wird Sirius "Hundsstern" genannt, eine Bezeichnung, die sich bis heute erhalten hat. "Seirios" bedeutet auf griechisch "sengend" oder "funkelnd", ein weiterer Hinweis auf die heiße Jahreszeit.

In mittelalterlichen Darstellungen von "Jakobspilgern" findet man häufig einen Hund. Dieser bezieht sich auf Sirius (Hundsstern). Der Jakobsweg wird auch Sternenweg genannt, weil früher Pilger auf ihrem Weg nach Santiago Sirius folgten.

Im deutschen Volksglauben wurden die Hundstage bis in die Neuzeit hinein als Unglückszeit angesehen. Auch galt Sirius im Mittelalter als Wegbereiter der Tollwut.

Anhänger der Sonnentemplersekte töteten sich in den späten 1990er Jahren kollektiv, weil sie glaubten, auf Sirius wiedergeboren zu werden.

Das westafrikanische Volk der Loango verwendet den Loango-Kalender, der auf Mond- und Sirius-Zyklen basiert. Auch andere westafrikanische Völker wie die Dogon, Bambara und Bozo nutzen ein ähnliches Kalendersystem.

Astronomisches

Sirius ist der fünftnächste Fixstern und - nach Alpha Centauri - der zweitnächste, der mit bloßem Auge gesehen werden kann. Er kann von jeder bewohnten Gegend der Erde betrachtet werden. Bei einer scheinbaren Helligkeit von -1,46m und einem Abstand von der Sonne von 8,6 Lichtjahre beträgt seine absolute Helligkeit. Er hat die 2,3fache Masse der Sonne, den 1,8fachen Durchmesser und die 23fache Leuchtkraft. Seine Oberflächentemperatur liegt bei etwa 10.000 K, was einer der Gründe für seine große Helligkeit ist. Wegen seiner Nähe hat Sirius eine recht hohe Eigenbewegung, in eintausend Jahren immerhin mehr als 20 Bogenminuten (ca. 1,3 Bogensekunden pro Jahr), das ist fast ein Vollmonddurchmesser. Er gehört außerdem dem Ursa-Major-Strom an, d.h. er hat eine ähnliche Eigenbewegung wie Teile des Sternbildes Großer Bär und ist daher auch entwicklungsgeschichtlich mit diesen Sternen verwandt.

Friedrich Bessel untersuchte 1834 diese Eigenbewegung und fand heraus, dass sie nicht gerade, sondern wellenförmig verläuft. Dies war ein Hinweis darauf, dass Sirius von einem unsichtbaren Begleiter umkreist wird. 1862 entdeckte der Amerikaner Alvan G. Clark diesen Begleiter, der bei einer scheinbaren Helligkeit von 8,4m einen maximalen Abstand von 11,4 Bogensekunden hat. 1914 fand man durch Spektralanalysen heraus, dass der Begleiter ein Weißer Zwerg ist. Er ist etwa 0,94 Sonnenmassen schwer, ist dafür aber kleiner als Neptun. Und seine Oberflächentemperatur ist mit 25.000 K wesentlich höher als die der Sonne.

Sirius B war der erste weiße Zwerg, der entdeckt wurde, und umkreist Sirius A einmal in knapp 50 Jahren. Der Abstand beider Sterne (große Halbachse) beträgt etwa 4 Mrd. km (vergleichbar der Entfernung Sonne-Neptun), wobei die Exzentrizität der Bahn mit 0,58 recht hoch ist.

Es existieren verschiedene Theorien, dass Sirius noch einen oder zwei weitere Begleitsterne haben könnte (Sirius BC und D). Obwohl diese in manchen Sternkatalogen schon auftauchen, ist ein direkter Beweis bisher noch nicht erbracht.

Daten

Rektaszension (2000)  6h 45m 8,90s 
Deklination (2000)  -16° 42' 58,0" 
Entfernung  8,6 Lj  
Scheinbare Helligkeit  -1,46m 
Absolute Helligkeit  1,5M 
Mittlerer Durchmesser  1,8-fache der Sonne  
Masse  2,4-fache der Sonne 
Leuchtkraft  26-fache der Sonne  
Spektralklasse  A1Vm 
Eigenbewegung  1,3 Bogensekunden pro Jahr