M57

M57 



Ort: Schwedt/Oder, Datum: 01.08.2009, ca. 00:10 Ortszeit

Meade 8" LX200GPS mit DSI III color fokal,

aufgenommen mit Envisage; 50 Bilder je 15s, Minimum-Quality 50%, Evaluation Count 5, Gain 100, Offset 46, Autocontrast 1, Shadow Enhance 1

mit astroart Histogramm geregelt, leicht geschärft und Farbkontraste geregelt

Deutscher Name  Ringnebel in der Leier 
Englischer Name  Ring Nebula 
Katalogbezeichnungen  M 57
NGC 6720 
Rektaszension (2000)  18h 53,6m 
Deklination (2000)  +33° 22' 
Scheinbare Helligkeit  8,8 m 
Entfernung  2.300 Lj 
Scheinbarer Durchmesser  118" 
Absoluter Durchmesser  1,3 Lj 


Der Nebel ist der Überrest eines Sterns, der vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Die Gashülle dehnt sich mit einer Geschwindigkeit von 19 km/s aus und hat derzeit einen scheinbaren Durchmesser von ca. 118 Bogensekunden, was bei einer Entfernung von 2.300 Lichtjahren einen absoluten Durchmesser von ca. 1,3 Lichtjahren bedeutet. Im Teleskop erscheint der Nebel ringförmig, weshalb er oft auch als Ringnebel in der Leier bezeichnet wird. Tatsächlich bildet die sichtbare Gashülle keinen Ring im Raum sondern ähnelt einem Torus. Im Zentrum des Nebels befindet sich ein Weißer Zwergstern mit einer Temperatur von ca. 70.000 °C und einer scheinbaren Helligkeit von 15,8 mag.

M 57 wurde 1779 von Antoine Darquier bei der Beobachtung eines Kometen entdeckt. Im selben Jahr nahm Charles Messier ihn in seinen Katalog auf. Darquir verglich das Aussehen des Nebels mit einem Planeten, was den Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel veranlasste, diesen Typ von Nebel als planetarische Nebel zu bezeichnen.

M 57 kann relativ leicht aufgefunden werden, da er etwa in der Mitte der Verbindungslinie der Sterne β und γ Lyrae steht. Er ist bereits in einem kleinen Teleskop ab 30 mm Öffnung als nebliger „Rauchring“ zu sehen. In Teleskopen ab 60 mm Öffnung werden bei höherer Vergrößerung Strukturen im Ring sichtbar. Der Zentralstern ist mit einer scheinbaren Helligkeit von 15,8m allerdings äußerst lichtschwach. Um ihn zu beobachten, benötigt man ein Teleskop von 40 cm Öffnung.