M42 und M43

M42 ist besser bekannt als Orion-Nebel, M43 ist im Bild der kleinere Nebel oberhalb von M42; Datum 15.01.2007; Uhrzeit ca 23:24; Standort Schwedt/Oder; Instrument: Nikon D50 in Fokalprojektion mit Meade 8" LX200GPS; Aufnahmedaten: Addition aus 3 Einzelaufnahmen je 30 s belichtet bei ISO 1600, Bildqualität Nikon RAW-Format bei Bildgröße groß (3008x2000); mit Astroart und PaintShopPro bearbeitet, zur besseren Darstellung Bildgröße verkleinert.



Daten

Deutscher Name  Orionnebel 
Englischer Name  Orion Nebula 
Katalogbezeichnungen  NGC 1976 und NGC 1982
M 42 und M43 
Rektaszension (2000.0)  5h 35m 24s 
Deklination (2000.0)  −05° 27' 
Helligkeit  +4,0m 
Entfernung  Entfernung ~1500 Lichtjahre 
Scheinbarer Durchmesser  85 × 60 Bogenminuten 
Absoluter Durchmesser  ~25 Lichtjahre 


M42

Der Orionnebel ist ein Emissionsnebel im Sternbild Orion und besteht aus den Einzelobjekten M 42 (im Süden) und M 43 (im Norden) (auch als NGC 1976 bzw. 1982 bekannt). Dank seiner scheinbaren Helligkeit von 4,0m und seiner verhältnismäßig großen Ausdehnung am Himmelsgewölbe ist er mit bloßem Auge als Teil des Schwertes des Orion sichtbar. Der Orionnebel ist eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete in der galaktischen Nachbarschaft der Sonne. Die Entfernung von unserem Sonnensystem beträgt ca. 460 Parsec (1500 Lichtjahre), der Durchmesser ca. 7,5 Parsec (25 Lichtjahre).

Schon die mittelalterlichen arabischen Astronomen beobachteten den Orionnebel und gaben ihm den Namen „Na’ir al Saif“ (Der Helle im Schwert), womit manchmal auch der Stern Iota Orionis gemeint ist.

Von europäischen Astronomen wurde der Orion-Nebel erstmals 1610 dokumentiert, von Nicolas-Claude Fabri de Peiresc. Man kann jedoch davon ausgehen, dass der relativ helle Nebel schon vorher beobachtet wurde. Charles Messier beobachtete den Nebel erstmals am 4. März 1769 und nahm ihn in seinen Katalog auf.

Spektroskopische Beobachtungen durch William Huggins zeigten 1865 die gasartige Natur der Nebelregion. Henry Draper nahm 1880 das erste Foto des Nebels auf, welches als die erste astrofotografische Aufnahme eines Deep Sky-Objektes gilt.

Der US-amerikanische Astronom Edward Singleton Holden schrieb Ende des 19. Jahrhunderts eine Arbeit, in der er nachwies, dass der Orionnebel seit Mitte des 18. Jahrhunderts wohl nicht seine Form, jedoch seine Helligkeit geändert habe.

Der Orionnebel ist der sichtbare Teil einer ansonsten nicht leuchtenden Wolke, die zu einem großen Molekülwolkenkomplex gehört, welcher sich über das ganze Sternbild des Orion erstreckt. Dazu gehören unter anderem Barnard’s Loop und der Pferdekopfnebel.

Durch die Verdichtung von Materie kommt es im Orionnebel zur Sternentstehung. Die neuen Sterne, darunter auch die sogenannten Trapezsterne, ionisieren den umgebenden Wasserstoff (es entsteht eine HII-Region) und regen somit die Wolke zum Leuchten an. Die Sterne treiben die Gas- und Staubwolke auseinander und lassen eine sphäroide Aushöhlung entstehen, deren Inneres von der Ionisationsstrahlung erhellt wird.

Im Inneren des Nebels existieren viele Objekte, die typisch für stellare Geburtsstätten sind. Darunter diverse Bok-Globulen, Herbig-Haro-Objekte, T-Tauri-Sterne und auch Braune Zwerge. Es gibt auch Hinweise auf Sterne mit protoplanetaren Scheiben.

Aufgrund seiner relativen Nähe zum Sonnensystem ist der Orionnebel einer der besterforschten Gasnebel in unserer Galaxie.

Der nördliche Teil des Orionnebels, der vom Rest durch eine dunkle Staubspur getrennt ist, wurde von Messier separat als M 43 verzeichnet. Die Region ist auch als De Mairans Nebel bekannt und umgibt den veränderlichen Stern NU Orionis (HD 37061), der die Gaswolke zum Leuchten anregt.

Am besten kann man den Orionnebel im Winter beobachten, wenn er spät am Abend aufgeht und bis zum Morgendämmern am Himmel steht. Der Nebel erschließt sich schon mit einem kleinen Teleskop und 30facher Vergrößerung dem Betrachter. Ein größeres Instrument bringt Strukturen in die Wolken.

M43

Messier 43 (auch als NGC 1982 oder De Mairans Nebel bezeichnet) ist ein Gasnebel im Sternbild Orion mit einer Helligkeit von +9,00 mag, der einen Teil des Orionnebels darstellt. Der Nebel hat eine Winkelausdehnung von 20.0' × 15.0' , nördlich von Messier 42 (Orionnebel).

Der Nebel wurde erstmals 1731 vom Franzosen Jean-Jacques Dortous de Mairan dokumentiert. Charles Messier gab dem Nebel dann bei seiner Verzeichnung des Orionnebels eine eigene Katalognummer.

Der Emissionsnebel umgibt den veränderlichen Stern NU Orionis (HD 37061) und wird von diesem zum Leuchten angeregt. Die Gaswolke ist wie der restliche Orion-Nebel eine HII-Region.