Messier

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Charles Messier
Messier-Katalog
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Charles Messier

Charles Messier (* 26. Juni 1730 in Badonviller (Lothringen); † 12. April 1817 in Paris) war ein französischer Astronom.


Leben

Messier stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Sein Interesse an Astronomie wurde 1744 geweckt, als er den großen sechs-schwänzigen Kometen Klinkenberg beobachten konnte. Er ging mit 21 Jahren nach Paris und wurde von dem Astronomen der Marine, Nicholas Delisle, angestellt. 1754 wurde er Schreiber bei der Marine, wo er u. a. Karten zu zeichnen hatte. Delisle lehrte ihn die Grundzüge der Astronomie und hielt ihn an, von sämtlichen Beobachtungen genaue Positionsangaben zu machen. Von 1764 an widmete er sich hauptsächlich der Suche nach Kometen. Er korrespondierte mit Fachleuten in England, Deutschland und Russland. Im Alter von 40 Jahren heiratete er Marie-Françoise de Vermauchampt. Die Ehe endete nur eineinhalb Jahre später kurz nach der Geburt eines Sohnes.

1771 wurde er (endlich) zum Astronomen der Marine - und damit zum Nachfolger von Delisle - ernannt. 1781 erlitt er bei einem Sturz schwere Verletzungen, von denen er sich nur langsam erholte. Während der Französischen Revolution verlor er seine Stellung und verarmte. 1796 jedoch fand er eine Anstellung im Bureau des Longitudes. 1806 verlieh Napoleon ihm das Kreuz der Ehrenlegion. Da seine Sehkraft nachließ, beobachtete er immer seltener. Der letzte Komet, den er gesehen hat (mit der Hilfe Anderer), war der „Große Komet“ von 1807. 1815 erlitt er einen Schlaganfall, zwei Jahre später starb er im Alter von 87 Jahren.


Entdeckungen

1759 suchte - und fand - er im Auftrag von Delisle den (bereits erwarteten) Halleyschen Kometen, 1761 beobachtete er den Venusdurchgang, drei Jahre später gelang ihm die erste Neuentdeckung eines Kometen. Insgesamt gelangen ihm bis zum Jahr 1801 20 Entdeckungen, eine erstaunlich hohe Zahl (13 eigenständige sowie 6 Co-Entdeckungen).

Auf seiner Suche nach neuen Kometen stieß er auf eine Vielzahl anderer Objekte wie Galaxien, Sternenhaufen oder Nebel. Das erste dieser Gebilde - später Messier 1 oder M 1 genannt – hatte er bereits 1758 beobachtet. Um seine Arbeit zu vereinfachen, suchte er gezielt nach weiteren Exemplaren. Dabei benutzte er auch die Kataloge von Edmond Halley, Lacaille, Maraldi und LeGentil. Schließlich listete er diese Objekte (zunächst nur 45 Stück) im nach ihm benannten „Messier-Katalog“ auf. Dessen erste Fassung wurde 1771 veröffentlicht. Im Jahr 1774 machte Jerôme de Lalande, der damals führende Astronom Frankreichs, ihn mit Pierre Méchain bekannt. Dies führte zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit. Bereits 1780 war der Katalog auf 68 Einträge angewachsen. Im September 1782 entdeckte Méchain das 107. Messier-Objekt. Von da an stellte Messier seine Suche nach weiteren Nebeln ein und konzentrierte sich wieder auf Kometen - wohl deshalb, weil William Herschel mit seinem überlegenen Gerät seine Beobachtungen begonnen hatte. Die letzte Fassung seines Katalogs wurde 1781 in Connaissance des Temps für das Jahr 1784 veröffentlicht.

Messier benutzte eine Reihe sehr unterschiedlicher Teleskope, darunter Refraktoren mit Brennweiten bis zu 7 m (Öffnung unbekannt) und Reflektoren mit Spiegeldurchmessern bis zu 20 cm.

Messier war Mitglied einer Vielzahl von Akademien der Wissenschaften, darunter die in England, Deutschland, Frankreich und Russland.

Ein Mondkrater sowie ein Asteroid sind nach ihm benannt.

Der Messier-Kanal eine Meeresenge im Süden Chiles zwischen der riesigen Wellington Insel und dem Festland trägt ebenfalls seinen Namen.


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Messier-Katalog

Der Messier-Katalog ist eine Auflistung von 110 astronomischen Objekten, hauptsächlich Galaxien, Sternhaufen und Nebel.


Geschichte

Die Objekte des Katalogs wurden zwischen 1764 und 1782 von Charles Messier, später vor allem mit Hilfe von Pierre Méchain, zusammengestellt und größtenteils auch entdeckt.


Hintergrund

Messier suchte den Nachthimmel systematisch nach Kometen ab. Dabei fand er immer wieder neblig aussehende Objekte, die Kometen ähnlich waren. Im Gegensatz zu den Kometen wiesen diese Objekte jedoch keine messbaren Eigenbewegungen auf und mussten sich somit weit außerhalb des Sonnensystems befinden. Um Verwechslungen auszuschließen, legte er daher einen Katalog mit nebligen Objekten an.


Chronologie

Das erste Objekt war der Krebsnebel (Crabnebel, Krabbennebel) im Sternbild Stier, der die Katalognummer M1 erhielt. Die weiteren Objekte wurden in der Reihenfolge ihrer Aufnahme in den Katalog durchnummeriert. Die Andromeda-Galaxie im Sternbild Andromeda hat zum Beispiel die Bezeichnung M31.

Der eigentliche Katalog enthielt letztlich die Objekte M1-M103 und wurde in drei Teilen veröffentlicht: 1774 (M1-M45 in Mémoires de l'Academie 1771), 1780 (M1-M70 in Connaissance des Temps 1783) und 1781 (M1-M103 in Connaissance des Temps 1784).

Heute umfasst der Messier Katalog noch zusätzlich die Objekte M104-M110. M104 wurde von Messier handschriftlich in sein eigenes Exemplar eingetragen. Die Objekte M105-M109 wurden von Méchain 1781 und 1782 entdeckt, und in einem Brief 1783 an Johann Bernoulli erwähnt (M108 und M109 wurden auch schon von Messier in seiner Beschreibung zu M97 erwähnt). M110 wurde schon 1773 von Messier entdeckt (aber aus unbekannten Gründen nie in seinen Katalog übernommen) und 1798 in einer seiner Veröffentlichungen beschrieben. Die "offiziellen" Einträge in den Messier Katalog nahmen zwischen 1921 und 1966 Historiker vor. Gerechtfertigt wird ein Messier Eintrag der Objekte M104-M110 u.a. damit, dass Messier vor hatte, eine vierte Version zu veröffentlichen, und es als sehr wahrscheinlich gilt, dass M104-M110 in dieser Version gewesen wären.


Bedeutung

Der Messier Katalog war nicht der erste seiner Art, er war jedoch der erste "brauchbare". Er hatte höchstens einen Fehleintrag (Messier 102, siehe dort) und nur zwei Einträge, die keine flächenhaften Objekte sind (Messier 40 und Messier 73). Da die Natur der Objekte des Katalogs zum Zeitpunkt der Erstellung nicht klar war, war er zusammen mit dem New General Catalogue Ausgangspunkt zur Erforschung von Galaxien, Nebeln und Sternhaufen. Auch heute noch sind die meisten Objekte des Katalogs vor allem unter ihren Messier-Nummern bekannt.

Unter Amateurastronomen und in Volkssternwarten ist der Messier Katalog insbesondere beliebt, da die darin aufgeführten Objekte bereits mit relativ kleinen Teleskopen oder starken Ferngläsern beobachtet werden können (z.B. während eines sog. Messier-Marathons).

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M2  Kugelsternhaufen 
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M27   Planetarischer Nebel 
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M103