Beobachtungsberichte

23.09.2005, ein Streifzug durch die Nacht

Es ist Freitagabend, 23. September, 19:30, die Wetterverhältnisse versprechen eine klare Nacht. Diese Gelegenheit will ich nicht verstreichen lassen. Nach und nach schleppe ich meine gesamte Ausrüstung in den heimischen Garten und stelle mein Scope strategisch günstig auf. Richtung Süden und Westen ist ungünstig, weil die Stadt für erhebliches Streulicht sorgt. Aber der Blick Richtung von Nordost über Ost bis Südost lässt gute Sichtverhältnisse zu. Denn in dieser Richtung liegt am Grundstück die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße, dann folgend der Nationalpark Unteres Odertal und schließlich jenseits der Oder Polen. Störendes Licht gibt es in dieser Richtung nicht viel.

Nun müssen noch schnell Gartentisch und –stuhl neben das Scope gestellt werden, und 220 V lege ich auch noch schnell per Gartenkabel zum Beobachtungsstandort für das Scope, den Tablet-PC und für eine Heizdecke. Die Heizdecke kommt zum 1. Mal zum Einsatz. Sie soll mir helfen, dass mein Tablet-PC nicht unter Tauwasser absäuft und auch die Okulare und meine Brille vor Tau zu schützen. Mit dem Tablet-PC hatte ich ja bereits im letzten Winter ohne Heizdecke schlechte Erfahrung gemacht, als mir die Festplatte im wahrsten Sinn des Wortes kaputt gefroren ist.

Mittlerweile ist es 20:00 Uhr und es ist ausreichend dunkel, so dass ich mein Meade 8’’ LX200GPS einschalten und per Auto Align für die automatische Nachführung justieren kann. Meine Nachbarin kommt noch auf ihre Terrasse, um eine Ziggi zu rauchen. Und verständnisvoll wie Nachbarn sind, lässt sie anschließend die Jalousien ihres Wohnzimmers herunter fahren, damit ich nicht durch weitere Lichtquellen gestört werde. Auch von unserem Haus verdunkle ich alle Fenster.

Für den Abend habe ich mir das Sternbild Leier – Lyra – vorgenommen und eine Tour ausgearbeitet. Dabei standen im Vordergrund
- unterschiedliche B-V-Helligkeiten; ich wollte Erfahrungen sammeln, wie die unterschiedlichen Farben der Sterne im Teleskop und auf mein Auge wirken.
- Doppelsterne; auch hier ging es mir um Erfahrungen, wie wirken die unterschiedlichen Entfernungen der Doppelsterne zueinander im Fernrohr und in der LPI.
- Deep-Sky-Objekte; was kann ich noch durch das Okular sehen und was definitiv nicht mehr.
Die Dämmerung ist so gut wie abgeschlossen und ich konnte mit den helleren Objekten beginnen.

α Lyrae, Wega

Mit einer visuellen Helligkeit von 0.0m und einer B-V-Helligkeit von 0.0m ist Wega das dominierende Objekt im Okular. Sie strahlt hell und deutlich klar-bläulich. Die wenigen anderen, schwachen Sterne spielen eine völlig untergeordnete Rolle im Gesichtsfeld. Wega ist 62 Lichtjahre entfernt. Das Licht, das heute also die Erde erreicht, ist vor 62 Jahren seine Reise angetreten, im irdischen Jahr 1943. Man stelle sich nur mal vor, um die Wega würde ein Planet mit intelligenten Lebewesen kreisen. Und die wären technisch in der Lage, Signale von der 62 Lichtjahre entfernten Erde zu empfangen. Welchen Eindruck müssen wir dort hinterlassen: die Erde im Taumel des 2. Weltkrieges, Goebbels berüchtigtes „Wollt ihr den totalen Krieg?“, Menschen schlachten Menschen ab …

Hell und bläulich klar strahlt die Wega und beherrscht das Bild im Okular. Als hellster Stern im Zenit beherrscht sie auch den frühen Nachthimmel. 62 Lichtjahre: wie weit ist eigentlich Berlin entfernt? 150 km, meine Güte, das sind nur 0,5 Milli-Lichtsekunden. So nah, und doch sind die Politiker uns so fern …

δ2 Lyrae

Welch ein toller Kontrast zur Wega. Mit einer B-V-Helligkeit von 1,5m strahlt dieser Stern wunderschön gelblich bis leicht orange. Das Gesichtsfeld ist gefüllt mit zig Sternen, alle in den Farben weiß bis blau, kristallklar und nur wenig schwächer als δ2 Lyrae. Majestätisch hebt sich dieser gelbe Stern von den anderen Sternen ab und strahlt wohltuende Ruhe aus. Ein wunderschöner Anblick im 26mm Okular.

R Lyrae

Noch ein gelber Stern. Auch hier beträgt die B-V-Helligkeit 1,5m. Im Gesichtsfeld befinden sich noch einige schwache blau-weiße Sterne. Dadurch wirkt R Lyrae im Gegensatz zu δ2 Lyrae ziemlich einsam. Den Anblick von δ2 Lyrae finde ich viel beeindruckender.

Allgemein ist ja bekannt, dass es sich bei R Lyrae um einen halbregelmäßigen veränderlichen, großen Stern in einem nicht stabilem Zustand handelt (Periode ca. 46d, Extrema 3.9m - 5.0m). Nach diesem Stern ist die Gruppe der R Lyrae Veränderlichen benannt.

Mittlerweile ist es ganz dunkel und ich gehe über von den Einzelsternen zu den Doppelsternen.

ε Lyrae

Hier handelt es sich um ein Vierfachsternsystem. Die B-V-Helligkeit liegt bei 0,2m, somit sind alle Komponenten bläulich. Im 26 mm Okular sind die Komponenten ε1 und ε2 mit einer Distanz von 209’’ schön getrennt und bestimmen auch das Geschehen im Okular. Mit dem 8,8mm Okular gelingt es mir auch, beide Komponenten wieder in ihre Doppelsterne aufzulösen. Denn ε2 hat einen Begleiter in 2,4’’ Abstand, beide sind etwa gleich hell mit 5,2m bzw. 5,5m. Das Doppelsternsystem ε1 hat einen Abstand von 2,5’’ bei visuellen Helligkeiten von 5,0m und 6,1m.

20:36 Uhr, ups, was ist denn das? Ist ja wahnsinnig, da fliegt ein Satellit direkt unterhalb vom Vierfachsternsystem durch das Okular. Toll, irgendwie war das mehr als nur ein orangefarbener Lichtpunkt, der sich da durch bewegte. Ich hatte schon fast den Eindruck, das Ding hatte Struktur. Ein beeindruckender Vorgang, der nicht länger als 1 Sekunde dauerte.

Ob es mir gelingt, dieses Vierfachsternsystem auch mit meiner LPI einzufangen und aufzulösen? Rein technisch müsste es möglich sein. Bei einer Pixelgröße von 8 μm und einer Scope-Brennweite von 2000mm komme ich auf ein Auflösungsvermögen von 0,824’’. Das Gesichtsfeld der LPI umfasst dann 396’’ und ein Doppelsternabstand von 2,5’’ entspricht einem Abstand von 3 Pixeln. Theoretisch müsste ich also das Vierfachsternsystem mit der LPI abbilden können. Also, Okular herausgenommen und LPI in den Okularstutzen eingesetzt und den Tablet-PC hochgefahren, Software angeworfen, auf das Vierfachsystem fokussiert und los geht es. Stark, es klappt. Nach ein wenig Spielerei mit den Softwareeinstellungen kann ich das System im Bild einfangen.

Epsilon Lyrae 



Ich habe das Vierfachsternsystem „Koalitionsverhandlungen“ genannt. Es erinnert mich irgendwie an die aktuelle Situation. Da sind 2 große Systeme in einem gehörigen Abstand zueinander, sie finden nicht zueinander. Und jedes großes System hat bei genauerem Betrachten noch einen Begleiter nah an sich gekettet.

ζ Lyrae

Die beiden Sterne liegen 43,7’’ voneinander entfernt. Im Okular wirkt ζ1 deutlich blauer als ζ2. Die B-V-Helligkeiten unterscheiden sich dabei gar nicht so großartig (ζ1: 0,19m; ζ2: 0,28m). Allerdings sind die visuellen Helligkeiten mit 4,3m für ζ1 und 5,7m für ζ2 schon deutlich unterschiedlicher. Hierauf ist sicherlich das subjektive Empfinden, ζ1 ist sei deutlich blauer als ζ2, zurückzuführen. Im Okular sind wenige weitere, deutlich lichtschwächere Sterne erkennbar. Insgesamt finde ich aber das Vierfachsystem wesentlich beeindruckender als dieses Doppelsternsystem.

21:30, die wunderschöne, sehr idyllische nächtliche Stille erfährt einen tollen Kontrast. Ich schaue hoch, als eine größere Gruppe von Gänsen laut schnatternd am Firmament entlang zieht. Die ersten Gänse ziehen von Norden nach Süden und machen in unserem Nationalpark eine Zwischenstation. Sie sind als Silhouetten in ihrer V-förmigen Flugformation am sternennklaren Nachthimmel zu erkennen.

β Lyrae, Sheliak

Hm, dieser Stern macht mir Probleme. Nach Karkoschka handelt es sich um einen Doppelstern und um einen Veränderlichen. Mit der Software Autostar Suite identifiziere ich ihn als SAO 67452 und auch seine Komponente als SAO 67453, allerdings nicht als Doppelstern. Die Goto-Funktion meines LX200GPS kennt keinen SAO 67452 und auch keinen Sheliak, allerdings einen Bedeckungsveränderlichen β Lyrae (Periode 12,94 d). Ist es nun ein Doppelstern oder nicht? Im Okular sind zumindest die beiden Sterne mit einem Abstand von 45,7’’ deutlich getrennt sichtbar. Mit einer B-V-Helligkeit von 0,0m sind beide Komponenten deutlich bläulich. Der visuelle Helligkeitsunterschied beträgt 3,8m (3,4m helle Komponente, 7,2m schwächere Komponente. Besonders dramatisch sieht das im Okular allerdings nicht aus. Die schwächere Komponente gehört mit 7,2 m immer noch zu den lichtstärkeren Sternen im Gesichtsfeld.

Mittlerweile weiß ich, dass es sich bei Sheliak um einen rein visuellen Doppelstern handelt. Vielleicht rühren daher die Probleme, ihn als Doppelstern in den unterschiedlichen Datensammlungen wieder zu finden

Nach den Einzel- und Doppelsternen in der Leier gehe ich nun über zu den Deep-Sky-Objekten.

M57, NGC 6720, Ringnebel

Hier handelt es sich um den bekanntesten planetarischen Nebel mit einer visuellen Helligkeit von 8,5m und einer Größe von 1,5’. Im 26mm Okular ist M57 als nebliges Scheibchen mit einem dunkleren Innenbereich und diffusen Rändern erkennbar. Beim indirekten Sehen ist die Ringstruktur schön zu erkennen.

Mit dem 8,8 mm Okular macht das Beobachten von M57 viel mehr Spaß. Die Ringstruktur ist gut zu erkennen. Der innere Bereich des Ringes ist deutlich dunkler. Es ist ein wirklich schönes Objekt. Ein ständiger Wechsel zwischen direktem und indirektem Sehen hilft, die Schönheit dieses Objektes zu erfassen. Allerdings kann ich den Zentralstern nicht einmal erahnen.

21:45, langsam schiebt sich ein Geräusch auf mich zu. Fast unmerklich, ganz seicht hebt sich der Geräuschpegel an. Plötzlich durchschneidet ein starker Lichtstrahl am Kanal das ruhige nächtliche Bild. Mit ruhigem Tuckern fährt ein polnischer Schubverband, beladen mit Kohle, auf dem Kanal von Stettin nach Berlin. Ups, ein polnischer Schubverband! Schnell mal nachgeguckt, ob der Große Wagen noch am Himmel hängt. Ja, er ist noch da. Und wie ist es mit Mizar? Fehlt dem Doppelstern eine Komponente? Okay, das Reiterlein Alcor befindet sich noch in ca. 11’ und auch der Doppelstern Mizar ist in seine Komponenten A und B (Abstand 14’’) zerlegbar. Dieses Gespann Mizar mit den Komponenten A und B und dem Reiterlein trägt von nun ab bei mir den Namen „Polnischer Schubverband“. (Ich hoffe, meine polnischen Freunde verzeihen mir diesen kleinen Scherz.)

M56, NGC 6779

M56 ist ein schwächerer Kugelsternhaufen (visuelle Helligkeit: 8,5m, Größe 5’). Im 26mm Okular erscheint er mehr als diffuser Nebel und ist kaum in einzelne Sterne auflösbar. Im 8,8mm Okular ist M56 trotz der Lichtschwäche nett anzusehen. Mit dem indirekten Sehen sind im Randbereich jetzt doch deutlich einzelne Sterne auflösbar. Doch zur Mitte hin bleibt M56 sehr schnell ein diffuser Nebel. Die Beobachtung mit dem 8,8mm Okular bei 227-facher Vergrößerung gefällt mir doch besser als mit dem 26mm Okular bei 77-facher Vergrößerung.


Die Leier hat noch die folgenden Deep-Sky-Objekte zu bieten:

NGC 6791, offener Haufen, v-Hell. 9,5m, Größe 16'
NGC 6710, Galaxie, v-Hell. 12,8m, Größe 2'
NGC 6703, Galaxie, v-Hell. 11,4m, Größe 2.6'
NGC 6702, Galaxie, v-Hell. 12.2m, Größe 2.1'

Ich habe nicht wirklich erwartet, auch nur eines dieser Objekte visuell beobachten zu können. Und so war es dann auch.


Mittlerweile ist es 22:00 Uhr und ich habe schon die Leier abgearbeitet. Mars und Mond verbergen sich noch hinter dem Haus unserer Nachbarn und stehen noch zu tief. Meine Frau kommt kurz raus. Ich zeige ihr schnell mein Lieblingsobjekt Caldwell 14, den beiden offenen Sternhaufen h und chi im Perseus, sowie als Kontrast dazu den Kugelsternhaufen M13 im Herkules. Danach verschwindet sie wieder im Haus, und ich hole mir noch schnell 2 Biere, um die Sinne zu schärfen.

Auf Mars und Mond will ich noch warten. Zur Zeitüberbrückung nehme ich mir die Guided Tour meines LX200GPS vor. Na, die ersten Objekte, die mir angeboten werden, habe ich entweder heute Abend bereits gesehen, oder sie stehen hinter Bäumen oder Häusern.

Caldwell 14, h und chi Persei

Diese beiden offenen Sternenhaufen zählen für mich zu den schönsten Objekten. Im 26mm Okular kann ich immer nur einen von beiden einfangen. Aber diese beiden Objekte schaue ich mir immer wieder gerne an. Es ist einfach ein Genuss. Heute Abend wage ich mich auch daran, zumindest einen von beiden, und wenn auch nur einen Teil davon, mit meiner LPI einzufangen. Mir ist schon klar, die LPI ist primär für die Mond- und Planetenfotografie geeignet. Aber ich habe Zeit, probiere ich sie doch einfach mal an NGC 869, h Persei.

NGC 869 23.09.2005 21:12 



Ich muss dringend wieder die alte Version des Meade Camera Image Program installieren. Das neue Update arbeitet vollkommen fehlerbehaftet. Ob das Subtrahieren des Dark Frames richtig arbeitet, wage ich zu bezweifeln. Auch Belichtungszeiten > 4s sind einstellbar, werden aber in der Aufnahme nicht umgesetzt. Trotz dieser Fehler bin ich mit meinem Ergebnis zufrieden. Natürlich ist das mit der Web-Cam gewonnene Bild in der Qualität Galaxien vom visuellen Bild im Okular entfernt.

22:15; „quiek, quuuuiiiieeek, quiek ...“ nicht besonders laut, aber doch sehr einschneidend hallt es durch den Garten. Was ist das? Aus dem Nationalpark kommen die Geräusche nicht. Irgendwo muss es hier im Garten sein. Und da sehe ich es plötzlich, schattenhaft, schemenhaft. Unser Kater hat in der Uferböschung des Kanals eine Maus gefangen und spielt sie nun zu Tode. Er ist ja sehr gesundheitsbewusst, hat sich wieder ein ökologisch einwandfreies Fressen geholt: eine frei herumlaufende Maus. Aber irgendwann müssen wir mit ihm mal zum Tierpsychologen. Ich finde, er leidet unter Alzheimer-Bulimie: mit Heißhunger frisst er sich rund und voll, und dann vergisst er das Kotzen ....

Im NGC 869 fallen mir immer wieder die beiden hellen Sterne SAO 23178 und SAO 23182 auf (Abstand ca. 2’25’’), die auch in der obigen Aufnahme gut zu erkennen sind. Ich finde, zu dieser Konstellation der beiden Einzelsterne passt gut der Name „Quiekende Maus“.

β Cygni, Albireo


Ein toller Doppelstern. Die Komponenten stehen 34,5’’ entfernt. Die hellere Komponente mit einer visuellen Helligkeit von 3,1m ist gelblich (B-V-Helligkeit: 1,1) und die schwächere Komponente hat eine Helligkeit von 5,1m. Bei einer B-V-Helligkeit von -0,1 ist sie bläulich. Dieser Farbkontrast ist einfach stark.

Auch hier reizt es mich wieder: kann ich das mit meiner LPI einfangen? Der farbliche Unterschied kommt in der Aufnahme nicht ganz so toll heraus. Aber ich bin zufrieden. Die gelbe Komponente ist – möglicherweise durch Überbelichtung – doch ein wenig ins weißliche geraten. Aber dennoch sind die Farbunterschiede auch in der Aufnahme deutlich zu erkennen.

Albireo 23.09.2005 21:37 



Der Himmel hat doch viel zu bieten. Da gibt es schwarze Löcher, gelbe Sterne und rote Riesen. Irgendwie fühle ich mich hier wieder an die Koalitionsverhandlungen mit ihren Farbenspielen erinnert. Auch blau-weiße Sterne spielen eine große Rolle. Aber Jamaika ist nicht überall. Von grünen Sternen habe ich bisher noch nicht gehört. Wenn ich so darüber nachdenke; spielt die Farbe grün eigentlich eine bedeutende Rolle am Nachthimmel? Ich muss ehrlicherweise eingestehen, mir ist sie bisher noch nicht aufgefallen. Politische Richtungen werden durch Farben symbolisiert. Aber Farben stehen ja auch mit den Künsten in einem direkten Zusammenhang. Die Schönheit der Himmelsobjekte ist eine Kunst für sich. Dabei fühle ich mich wieder an die Politik in Berlin erinnert, die ja auch eine Kunst für sich ist. Jemand sagte mal: „Politik ist die Kunst, Probleme zu schaffen, mit deren Lösung man das Volk in Atem hält.“ Wie wahr, wie wahr ...

Auf Grund seiner kontrastreichen Farbgestaltung habe ich diesem Doppelsternsystem den Namen Jamaika-Koalition gegeben.

M13, NGC 6205

Ein wunderschöner Kugelsternhaufen im Herkules. Die Beobachtung im 26mm Okular ist nicht ganz so spektakulär wie im 8,8mm Okular. Das 8,8mm Okular lässt die Trennung in viele, viele Einzelsterne zu. M13 gehört für mich zu den Paradeobjekten der Kugelsternhaufen genauso wie Caldwell 14 zu den Paradeobjekten der offenen Sternhaufen. Man sollte sich immer beide nacheinander ansehen.

ε Pegasi, Enif

Mit einer B-V-Helligkeit von 1,52m erscheint Enif im Pegasus sehr schön gelblich und beherrscht über Farbe und Helligkeit den Anblick im Okular.


23:00, so, nun ist es so weit. Mars und Mond stehen für eine ausgiebige visuelle Beobachtung und für ein Foto-Shooting hoch genug. Ich beginne mit dem Mars, wechsle dann zum Mond und schließlich wieder zum Mars.

Mond

Vom Mond habe ich eine Vielzahl von Bildern geschossen, die ich auch noch zu einem Mosaik zusammensetzen werde. Bei allen Bildern kam auch der Mond- und Skyglowfilter zum Einsatz. Das hier gezeigte Bild gefällt mir persönlich am Besten. Bei dem Krater ziemlich mittig leicht rechts mit dem starken gezackten Schatten und dem deutlichen Zentralberg handelt es sich um Maurolycus.

Mond 23.09.2005 23:24:20 



Aufnahmedaten:
24.09.2005, 00:25 Uhr MESZ, Gestapelt aus 51 Einzelbildern
Minimum-Quality: 75%; Evaluation Count: 10
Exposure: 0,042 s; Gain: 100; Offset :41
Kernel-Filter Edge enhance medium, apply after 10

Bildbearbeitung im PaintShopPro: monochrome Darstellung, Schärfe geregelt

Schwupps, was ist denn nun los. Meine Güte, da springt doch glatt der neugierige Tiger auf meinen Garten-Arbeits-Tisch und schaut nach, was ich so mache. Kann der einen erschrecken. Jetzt muss ich noch schnell das Bier retten, bevor er es mir über meinen Tablet-PC vergießt. Er verzieht sich aber auch schnell, nachdem er merkt, dass er mich doch nur stört.

Mars

Das hier präsentierte Bild ist aus der zweiten Mars-Session dieser Nacht, aufgenommen am 24.09.2005 gegen 00:43 Uhr MESZ. Zum ersten Mal kommt mein Mond- und Skyglowfilter zum Einsatz. Vergleichsaufnahmen zeigen deutlich die bessere Bildqualität bei Verwendung dieses Filters. Auch in der visuellen Beobachtung ist die Mars-Qualität mit Filter besser als ohne. Die Luft wabbert noch ganz schön, und so überrascht es mich immer wieder, welche Bildqualität mit der LPI erzielbar sind. Die Qualität der LPI ist eindeutig höher – zumindest in dieser Nacht beim Mars, als das visuelle Bild im Okular. Es ist das letzte Bild dieser Nacht, und es ist das beste Bild.

Mars 24.09.2005 00:43m 



Aufnahmedaten:
24.09.2005, 00:43 Uhr MESZ
Gestapelt aus 50 Einzelbildern
Minimum-Quality: 75%; Evaluation Count: 10;
Exposure: 0,042 s; Gain: 100; Offset: 19
Kernel-Filter No

Bildbearbeitung im PaintShopPro: Helligkeit, Kontrast und Schärfe geregelt, digital gezoomt auf 180%


Es ist 01:00 Uhr und ich baue so langsam meine Ausrüstung ab und schleppe sie ins Haus. Dort trinke ich noch schnell einen Wodka auf diesen tollen Abend und falle erschöpft, aber innerlich ausgesprochen zufrieden ins Bett. Ein wunderschöner astronomischer Abend geht zu Ende.